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Donnerstag, den 21. Dezember 2006 um 20:45 Uhr |
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Seite 1 von 3 In Deutschland leben immer mehr Tierarten, die hier nicht heimisch sind – mit gravierenden Folgen für die Fauna.
Die Zollbeamten am Frankfurter Flughafen staunen immer wieder, wenn sie das Gepäck der Reisenden durchsuchen: Viele Urlauber schmuggeln Reptilien in Damenstrümpfen, Pfeilgiftfrösche in Filmdosen und Papageien in Chipsdosen. In einer Postsendung fanden die Zöllner in Videokassetten versteckt fünf lebende Chamäleons aus Indonesien, die ein Deutscher per Internet bestellt hatte. 2005 waren es 7835 beschlagnahmte Tiere allein am Frankfurter Airport – von Riesenmuscheln und Korallen bis hin zu Krokodilen.
Heimische Fauna in Bedrängnis
Die Tiere stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens und dürfen nicht aus den Herkunftsländern ausgeführt werden. Doch der illegale Handel mit den vom Aussterben bedrohten Arten floriert. Die Tiere erzielen bei Liebhabern Spitzenpreise. Die Schmuggler scheuen deshalb kein Risiko, die Exoten an den Mann zu bringen. Der Zoll steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Er beschlagnahmt Tausende Tiere jedes Jahr, aber nicht alle.
Was unter dem Weihnachstbaum noch für Freude sorgt, wird oft zum Problem und fällt seinem Besitzer zur Last. Schildkröten werden größer als zuvor angenommen oder die Schlange wird krank. Dann geht es diesen Tieren wie vielen heimischen – sie werden ausgesetzt. In der freien Natur vermehren sie sich, konkurrieren mit den heimischen Tierarten, bis sie diese im schlimmsten Fall komplett verdrängen.
Bestes Beispiel ist der Amerikanische Ochsenfrosch. Er hat sich seit einigen Jahren in Deutschland verbreitet und ist unersättlich. Er frisst heimische Frösche, Küken von Wasservögeln und selbst eigene Artgenossen. Vermutlich ist der Ochsenfrosch durch den Aquarienfischhandel von Nordamerika nach Deutschland gekommen. Einige seien aus Gartenteichen entwischt, sagt Harald Martens vom Bundesamt für Naturschutz. Andere seien von ihren Besitzern ins nächste Gewässer gekippt worden, weil sie zu groß wurden.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. September 2008 um 23:41 Uhr |